Top 6 Gründe für schlechtes PM

Die folgenden Punkte stelle ich mal kommentarlos zur Diskussion. Ich werde auf einzelne Aspekte sicher noch näher in künftigen Artikeln eingehen. Hier also meine persönliche Top 6 der Gründe für die mangelnde Umsetzung von Projektmanagement-Methoden in kleineren Unternehmen der Branche Maschinenbau / Anlagenbau:

1. Zeitmangel


Der Mitarbeiter ist chronisch überlastet. Projektmanagement in all seinen Formen wird als zusätzliche Belastung oder gar als Zeitverschwendung empfunden. Das Folgeprojekt steht vielleicht schon in den Startlöchern und es bleibt keine Zeit für einen ausführlichen Projektabschluss. Eventuell müssen gar mehrere Projekte zur gleichen Zeit betreut werden.

2. Geldmangel


Projektmanagement kostet Geld. Auf der Liste der Ausgaben stehen Positionen wie Software, Aus- oder Weiterbildung, Zertifizierung und als wichtigstes: die vermeintlich “unproduktive” Arbeitszeit. Gerade kleinere Unternehmen können und wollen sich oft keine Stabsstellen für hauptberufliche Projektleiter oder Project Management Office (PMO) leisten.

3. Unwissenheit


Jeder Mensch ist ein Projektmanager, sei es auch nur für das eigene Projekt “Leben”. Je höher die Lebenserfahrung, desto mehr Projekte hat der Mensch im Laufe der Zeit bewältigt. Viele wissen jedoch nicht, dass bewährte Methoden und Prozesse (sog. Best Practises) z.B. in der entsprechenden Norm (DIN 69901) nachgelesen werden können.

4. Ignoranz und mangelndes Commitment


“Das haben wir noch nie gebraucht!” oder “Wir sind auch ohne hochtrabendes Projektmanagement zu einem erfolgreichen Unternehmen gewachsen.” sind typische ignorante Floskeln. Bestehen seitens der Leitungsebene keine klaren Ansagen, wird der Projektmitarbeiter oder -leiter in spe kaum aus freien Stücken seine produktive Arbeitszeit durch experimentale Anwendung von PM-Methoden dezimieren. Die genaue Verteilung von Zuständigkeiten ist dabei ebenso entscheidend wie die positive Vorbildfunktion seitens des Management, fehlt aber oft gänzlich in vielen kleineren Unternehmen.

5. Schlechte oder keine Prozesse


Das Thema Qualitätsmanagement ist selbstverständlich gesondert zu betrachten. Fakt ist: werden Projekte auf das Geratewohl abgewickelt und die Mitarbeiter dabei nicht mit definierten Prozessen unterstützt, ist das Chaos (bei unbekannter “Inkubationszeit”) vorprogrammiert.

6. Fehlender Druck von Außen


Das Geschäft läuft blendend, das Unternehmen ist Weltmarktführer und es besteht quasi keinerlei Konkurrenz. Die Kunden laufen trotz Lieferverzögerungen von mehreren Monaten oder Einbußen in der Qualität nicht davon. Der Markt bietet keine Alternativen an. Damit geht der Druck, die Projektabwicklung kontinuierlich zu verbessern, quasi gegen Null. Dieses Beispiel klingt zugegebenermaßen recht konstruiert, aber es ist keine Seltenheit.

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