Projektteamkultur im Projektmanagement – Fallbeispiele im internationalen Anlagenbau


Kurzbewertung:
ISBN: 978-3-639-29291-6

Markus Ahorner beschäftigt sich in dieser Arbeit mit der Hypothese: “Ein erfolgreiches Projektmanagement im internationalen Anlagenbau setzt eine konflikt- und konsensfähige Projektteamkultur voraus.”

Zum Inhalt


Leider ist der Titel etwas irreführend, denn unter dem Begriff “internationaler Anlagenbau” versteht der Autor den Bau von Gebäuden – später wird auch der Begriff “Immobilienprojekt” eingeführt. Dennoch verspricht die Überschrift einen aus PM-Sicht interessanten Inhalt – nämlich eine Abhandlung zum Thema Projektteamkultur.
Zunächst erfolgen einige Begriffserklärungen (Projekt, Management, Projektmanagement, Kultur, Team usw… Danach geht der Autor auf den Projektmanagementprozess ein und erläutert am allseits beliebten magischen Dreieck den Begriff Projekterfolg. Ab Punkt 4 (Definition internationaler Anlagenbau) wird klar, mit welcher Branche sich das Buch beschäftigt: “Der Anlagenbau als Wirtschaftszweig der Investitionsgüterindustrie, besteht aus der Kombination von einzelnen, in ihrer Funktion meist selbstständigen Elementen baulicher Natur wie Stahlgerüste, Ziegelbauwerken aber auch Stahlbetonbauten sowie deren technischen Ausrüstung wie Maschinen, Apparaten, elektrischen Antrieben, Steuerungen die in Ihrem Zusammenwirken einen bestimmten Dienstleistungs-, Produktions- oder Arbeitsprozess bewirken”. [???]
Im Anschluss wird auf spezielle Risiken eingegangen (geographische, politische, wirtschaftliche, technologische, soziokulturelle, rechtliche Risiken) sowie auf verschiedene Vertrags- und Unternehmensformen eingegangen.
Im Punkt 5 findet der Leser Erläuterungen zum Thema Projektteamkultur (u.a. sehr allgemeine Begriffsdefinitionen zu Kultur, Unternehmenskultur, Werte, Normen,…), zur Rolle des Projektleiters und zur interkulturellen Zusammenarbeit (Kommunikation). Abgerundet wird die Arbeit im Punkt 6 mit einigen Fallbeispielen sowie Schlussfolgerungen des Autors, welche sich auf die Ergebnisse einer Befragung in Form von Experteninterviews stützen.

Stil


Der Stil der Arbeit ist angelehnt an den, einer wissenschaftlichen Arbeit. Unfreiwillig komisch wirkt dabei die etwas übertriebene geschlechtsneutrale Ausdrucksweise, welche sich durch das gesamte Werk zieht. (Bsp. S.56 “Die interne Umwelt stellt für das Management und die Mitarbeiter, die Mitarbeiterinnen den Rahmen dar, in welchem aktiv an der Gestaltung des Unternehmens gearbeitet werden kann. D.h. sich und die eigene Leistung so zu positionieren, dass eine Abgrenzung zum Mitbewerb, Mitbewerberin erfolgt und für die vorgenannte positive Erfahrung bei Ihren Auftraggebern, Auftraggeberinnen sort.” oder S.99 “Die Projektleitung wollte keine Signale abgeben, die seitens der Anrainer und Anrainerinnen als positive Erledigung ihrer Anliegen interpretiert werden konnten und sah auch keine Notwendigkeit in der Betreuung der Anrainer und Anrainerin”.

Fazit


Aktuell scheint der Preis bei Amazon auf 59,- EUR geklettert zu sein, was nicht einmal ansatzweise gerechtfertigt ist! Das Werk vermittelt quasi Null Erkenntnisgewinn. Einzig die 9 Seiten Schlussfolgerungen am Ende könnten (zusammengeschrumpft auf 4 Seiten) für einen Artikel in einem PM-Magazin in der Rubrik “Allgemeines” herhalten.

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