Kategorie-Archiv: Sonstiges

Open PM

Ich möchte heute alle Leser auf ein Projekt hinweisen, welches ich nach einigen Wochen skeptischen Beobachtens und Abwartens, für einen sehr guten Ansatz halte!

Um die Erklärung zu vereinfachen, copy-und-paste ich hier einfach mal das Mission Statement:

“Open-PM (#openpm) ist eine offene, frei zugängliche, unabhängige und nicht kommerzielle Plattform für Projektmanagement und alle, die an Projekten arbeiten. Aus der Praxis für die Praxis werden qualitativ hochwertige, interdisziplinäre, vielfältige und unter einer freien Lizenz nutzbare Tools und Prozesse als zentral verfügbares Know-How gesammelt, bereitgestellt und gemeinsam weiter entwickelt.

Werte

Aus der Praxis für die Praxis.
Wertschätzender Umgang mit Meinungs- und Ideenvielfalt.
Offen und frei zugänglich und unter einer freien Lizenz nutzbar.
Kollegiale Zusammenarbeit und Bereitschaft zum Teilen.”

Quelle: OpenPM

Topmanagement erkennt strategische Bedeutung von Projektarbeit

Na das ist doch mal eine erfreuliche Meldung. Wie im GPM-Blog heute berichtet wird (LINK) “messen über 80 Prozent der befragten Topmanager dem Projektmanagement eine hohe oder sogar sehr hohe Bedeutung bei”. Und auch die Schlussfolgerung finde ich sehr schön: Da die “Rolle des Topmanagements [ein] wesentliches Kriterium für Erfolg oder Misserfolg von Projekten” darstellt, “ist es sicherlich notwendig, die Kenntnisse des Topmanagements in Bezug auf ihre eigene Rolle in der Projektarbeit und den Herausforderungen im Projektmanagement zu verbessern”.

Was mir in der Leseprobe fehlt ist die Struktur der Studie – genauer gesagt – die Struktur der Befragten. Handelt es sich um eine Studie in Konzernen oder im KMU-Umfeld? Welche Branchen wurden befragt?

Die Studie wurde im Oktober 2010 von der GPM und der EBS durchgeführt.

Ein frohes neues Jahr

Ich wünsche allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2012. An dieser Stelle werde ich in den nächsten Wochen wieder einige Literatur präsentieren. Vielen Dank in diesem Zusammenhang auch an Sebastian Weidner, der mich auf einige Lücken im Literaturverzeichnis aufmerksam gemacht hat!

Top 6 Gründe für schlechtes PM

Die folgenden Punkte stelle ich mal kommentarlos zur Diskussion. Ich werde auf einzelne Aspekte sicher noch näher in künftigen Artikeln eingehen. Hier also meine persönliche Top 6 der Gründe für die mangelnde Umsetzung von Projektmanagement-Methoden in kleineren Unternehmen der Branche Maschinenbau / Anlagenbau:

1. Zeitmangel


Der Mitarbeiter ist chronisch überlastet. Projektmanagement in all seinen Formen wird als zusätzliche Belastung oder gar als Zeitverschwendung empfunden. Das Folgeprojekt steht vielleicht schon in den Startlöchern und es bleibt keine Zeit für einen ausführlichen Projektabschluss. Eventuell müssen gar mehrere Projekte zur gleichen Zeit betreut werden.

2. Geldmangel


Projektmanagement kostet Geld. Auf der Liste der Ausgaben stehen Positionen wie Software, Aus- oder Weiterbildung, Zertifizierung und als wichtigstes: die vermeintlich “unproduktive” Arbeitszeit. Gerade kleinere Unternehmen können und wollen sich oft keine Stabsstellen für hauptberufliche Projektleiter oder Project Management Office (PMO) leisten.

3. Unwissenheit


Jeder Mensch ist ein Projektmanager, sei es auch nur für das eigene Projekt “Leben”. Je höher die Lebenserfahrung, desto mehr Projekte hat der Mensch im Laufe der Zeit bewältigt. Viele wissen jedoch nicht, dass bewährte Methoden und Prozesse (sog. Best Practises) z.B. in der entsprechenden Norm (DIN 69901) nachgelesen werden können.

4. Ignoranz und mangelndes Commitment


“Das haben wir noch nie gebraucht!” oder “Wir sind auch ohne hochtrabendes Projektmanagement zu einem erfolgreichen Unternehmen gewachsen.” sind typische ignorante Floskeln. Bestehen seitens der Leitungsebene keine klaren Ansagen, wird der Projektmitarbeiter oder -leiter in spe kaum aus freien Stücken seine produktive Arbeitszeit durch experimentale Anwendung von PM-Methoden dezimieren. Die genaue Verteilung von Zuständigkeiten ist dabei ebenso entscheidend wie die positive Vorbildfunktion seitens des Management, fehlt aber oft gänzlich in vielen kleineren Unternehmen.

5. Schlechte oder keine Prozesse


Das Thema Qualitätsmanagement ist selbstverständlich gesondert zu betrachten. Fakt ist: werden Projekte auf das Geratewohl abgewickelt und die Mitarbeiter dabei nicht mit definierten Prozessen unterstützt, ist das Chaos (bei unbekannter “Inkubationszeit”) vorprogrammiert.

6. Fehlender Druck von Außen


Das Geschäft läuft blendend, das Unternehmen ist Weltmarktführer und es besteht quasi keinerlei Konkurrenz. Die Kunden laufen trotz Lieferverzögerungen von mehreren Monaten oder Einbußen in der Qualität nicht davon. Der Markt bietet keine Alternativen an. Damit geht der Druck, die Projektabwicklung kontinuierlich zu verbessern, quasi gegen Null. Dieses Beispiel klingt zugegebenermaßen recht konstruiert, aber es ist keine Seltenheit.

Herzlich Willkommen

Sie werden sich jetzt sicher fragen: Braucht die Welt noch einen Blog zum Thema Projektmanagement? Ich finde ja! Wobei ich damit keinesfalls die hervorragende Arbeit der Kollegen Hagen, Heilwagen oder Alby herabwürdigen möchte, deren Blogs ich zu meinen täglichen Lesegewohnheiten zähle.

Ich möchte mich an dieser Stelle in erster Linie mit der Thematik Projektmanagement im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) sowie Start-Ups gelegt werden. Warum? Gerade in diesem Bereich fehlt es oft an der nötigen Erfahrung, Projekte (vielleicht sogar mehrere gleichzeitig) erfolgreich und für Kunden zufriedenstellend zu managen. Kaum ein junges Unternehmen kann sich entsprechende Stabsstellen oder Vollzeitprojektleiter leisten. Für die Definition geeigneter Prozesse fehlt es oft an Zeit und Muse. Im Gegensatz zur Software-Industrie (deren Entwickler Projektmanagement bereits mit der akademischen Muttermilch des Grundstudiums genießen) arbeitet im Anlagenbau meist ein Sammelsurium von Ingenieuren, Technikern, Physikern und Konstrukteuren zusammen, die ein Projekt stets aus Sicht des Fachmanns betrachten. Vor einer besonderen Herausforderung stehen wissenschaftliche Ausgründungen, deren Problem oft darin besteht, ein Produkt vom Labor in die Produktion zu überführen und am Ende noch schwarze Zahlen damit zu schreiben.

Neben praktischen und theoretischen Aspekten möchte ich vor allem meine eigenen Erfahrungen (und später hoffentlich die Erfahrungen meiner Leser) in diesem schwierigen Spannungsfeld teilen und hoffe damit, dem ein oder anderen jungen Unternehmen wichtige Inspirationen für die eigene Projektabwicklung liefern zu können. Weiterhin habe ich mir das Ziel gesetzt, wichtige Literatur zum Thema zusammen zu tragen und zu bewerten, aktuelle Forschungsergebnisse zu präsentieren und meine eigenen Forschungsergebnisse zu veröffentlichen.

Meine These: Ein Projekt wird nicht zwangsweise erfolgreicher, nur weil möglichst viele PM-Prozesse implementiert wurden. Gesunder Menschenverstand und eine Hand voll geeigneter Werkzeuge reichen aus, um die meisten Projekte zum Erfolg zu führen. Projektmanagement ist nicht teuer sondern spart viel Geld!